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  • alexandra.edl

Kündigen oder bleiben? Die Begeisterung für die Arbeit verläuft phasenweise.

Jeder Job ist anders. Aber eines haben alle gemeinsam: Die Begeisterung für die tägliche Arbeit schwankt - und meist nach einem vorgeschriebenen Muster. Diese sieben Phasen durchlebt jeder im Job.

1. Begeisterung und Motivation

Es ist dieses Hochgefühl, nachdem man einen Arbeitsvertrag unterschrieben hat. Die Mühen der Jobsuche haben sich ausgezahlt. Alles ist aufregend im neuen Job; jede Aufgabe wird mit vollem Elan angegangen. Man will dem Chef und allen Kollegen zeigen, dass man die Erwartungen übertreffen kann.


Typische Anzeichen für diesen Jobzyklus: Motivation und Tatendrang, gute Laune, Aufregung und Vorfreude auf das, was noch kommen wird.



2. Ernüchterung und Zweifel

Irgendwann verfliegt die erste Euphorie. Der Alltag kehrt ein, und man muss erkennt, dass der neue Job doch nicht nur positive Seiten hat. Die ersten Probleme oder Meinungsverschiedenheiten machen sich bemerkbar. Der neue Job kann anstrengend und nervenzehrend sein. Nicht alle Erwartungen wurden erfüllt, die man selbst an die neue Position gestellt hat.


Typische Anzeichen für diesen Jobzyklus: Gedanken an die Vergangenheit, Unsicherheit und einige Selbstzweifel.

3. Anpassung und Kennenlernen

Man gewöhnt sich wirklich im neuen Job ein. Man lernt, worauf es ankommt, weiß, welche Anforderungen gestellt werden und wie man diesen gerecht wird. Kollegen lernen einen immer besser kennen. Das Tief der Ernüchterung ist überwunden zu diesem Zeitpunkt wieder überwunden und man identifizieren sich mehr und mehr mit der neuen Position und dem Arbeitgeber. Man demonstriert Bereitschaft für größere Aufgaben und Verantwortung bereit zu sein.


Typische Anzeichen für diesen Jobzyklus: Positivere Stimmung, Ehrgeiz, Gewöhnung an das neue Umfeld.

4. Vertrauen und Konstanz

Man ist fester Bestandteil des Teams und befindet sich in der Routine. Ein klares Aufgabenfeld und Verantwortungen sind klargestellt. Vertrauen - von Kunden, Kollegen und Führungskräften - erarbeitet man sich; man wird gefragt und das Ansehen im Unternehmen steigt. Man ist selbst nicht vollkommen zufrieden mit sich und der Situation; man weiß, dass man eigentlich zu mehr in der Lage ist und will dies auch zeigen. Man sucht nach Chancen, um sich verstärkt einzubringen.

Typische Anzeichen für diesen Jobzyklus: Routine, konstante Leistungen, erste Anerkennung, eigener Antrieb zu mehr.

5. Erfolge und Wachstum

Die absolute Hochphase: Leistungsfähigkeit und zahlreiche Erfolge. Die erste Gehaltserhöhung oder Beförderung steht an. Sie bekommen größere Verantwortung übertragen. Der Erfolg motiviert und entwickelt neuen Ehrgeiz.


Typische Anzeichen für diesen Jobzyklus: Erfolg, wachsende Verantwortung, Motivation, Anerkennung und Stolz auf die eigenen Leistungen.

6. Rückgang und Wünsche

Erfolge bleiben aus. Die eigenen Leistungen lassen mehr und mehr nach und die Zufriedenheit sinkt. Das Gefühl von Zweifeln entsteht: Der Job scheint nicht mehr richtig zu passen; man fühlt sich unwohl und der Wunsch nach beruflicher Veränderung entsteht. Das Sicherheitsbedürfnis steht dem entgegen. Anstatt zu handeln, folgt die Schockstarre oder die Situation wird schön geredet.


Typische Anzeichen für diesen Jobzyklus: Schlechtere Leistungen, Unzufriedenheit, Zweifel, Suche nach Veränderungen, zunehmender Stress.

7. Schlusspunkt und Konsequenzen

Irgendwann geht es nicht mehr weiter; jeder Tag ist Stress; die Arbeit wird belastender. Die Erkenntnis: In diesem Job wird man nicht mehr glücklich. Wer zulange im unglücklich machenden Job bleibt, bringt irgendwann keine nennenswerten Leistungen mehr und riskiert seine Gesundheit. Das Ende kann dann in der Kündigung liegen.


Typische Anzeichen für diesen Jobzyklus: Motivations- und Antriebslosigkeit, stressbedingte Probleme, Kündigung.

Dieser Jobzyklus ist exemplarisch und sollte als Verallgemeinerungen betrachtet werden. Die einzelnen Phasen unterliegen individuellen Faktoren: Während der eine mehrere Jahre in einer Phase zubringen kann, durchläuft ein Kollege diese in wenigen Wochen oder Monaten. Dieser Jobzyklus soll verdeutlichen, dass es durchaus sinnvoll sein kann, sich frühzeitig für einen Jobwechsel zu entscheiden. Die 6. Phase ist der geeignetste Zeitpunkt, um sich nach neuen Möglichkeiten umzusehen, sich auf Jobsuche zu begeben und die eigene Karriere zu planen:

  1. Zunächst verkauft es sich im Lebenslauf immer besser, wenn man von sich aus die nächsten Schritte angehen und nicht aus dem Zwang heraus, gekündigt worden zu sein. So kann man seine Motivation unterstreichen und im besten Fall gleich den erwünschten Job an Land ziehen.

  2. Man umgeht die negativen Aspekte und mögliche Konsequenzen der letzten, 7. Phase. Bevor die Unzufriedenheit alles andere überdeckt, stellt man sich neuen Herausforderungen und Aufgaben.

Jobwechsel sind eine berufliche Entscheidung, die in den meisten Fällen gut überlegt ist.

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Quelle: www.spiegel.de/karriere/kuendigen-oder-bleiben-diese-sieben-phasen-durchlebt-jeder-im-job-a-1121758.html?xing_share=news


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