© 2019 by Alexandra Edl. KontaktImpressum. Datenschutzerklärung.

Hierarchien - Fluch und Segen

July 2, 2017

Viele Menschen sehen Hierarchien als etwas grundsätzlich Schlechtes an. Für sie ist hierarchisch ein abwertender Begriff und gleichbedeutend mit einem Arbeitsplatz, bei dem zu viel Wert auf Rangordnung gelegt wird. Dies ist meiner Meinung nach nicht ganz fair.

 

Man kann in stark strukturierten, hierarchischen Umgebungen erstklassig arbeiten und zu einem gesunden Austausch unter Kollegen inspiriert werden. Eine Hierarchie kann Klarheit, Sicherheit, Struktur und Prozesssicherheit bieten.

 

Natürlich sind manche hierarchischen Umgebungen auch der absolute Albtraum. Wenn zu viele Mitarbeiter unbewusst anfangen, ihren eigenen Wert und den Wert der anderen an ihrer Position in der Hackordnung zu messen, wird aus einer erfolgreichen Hierarchie eine Hierarchie, die Fortschritt behindert. Diese Menschen setzen dann ihre Energie dafür ein, sich weiter oben beliebt zu machen, und behandeln Kollegen, die auf der Organisationsleiter unter ihnen stehen, schlecht. Dieses Problem wird aber nicht durch Hierarchie ausgelöst, sondern durch falsche persönliche oder kulturelle Vorstellungen von Hierarchien, v.a. jene, die den persönlichen Wert eines Menschen von seiner Position abhängig machen. Wenn man nicht darüber nachdenkt, warum und was man an Menschen wertschätzt, fällt man fast automatisch in diese Falle.

 

Doch wie wirkt es aus der Sicht einer Führungskraft, wenn sich jemand bei ihm/ihr beliebt macht? Die subtilen Formen der Schmeichelei? Er/sie sieht einen Mitarbeiter, der einen guten Job will und es ihm/ihr recht machen will. Das ist doch schön, oder?

 

Wie unterscheidet eine Führungskraft zwischen einem Teamplayer und jemandem, der sich einfach gut darauf versteht, dem Boss zu sagen was er hören will? Manchmal ist eine Führungskraft auf Hinweise von anderen angewiesen, die ihm sagen, welcher Mitarbeiter nicht ehrlich ist, aber viele wollen nicht petzen oder neidisch wirken. Der Blick des Vorgesetzten wird also von jenen Menschen verzerrt die genau wissen was der Vorgesetzte will. Aus nur einem einzigen Blickwinkel kann man kein umfassendes Bild von der Dynamik in einer Gruppe gewinnen. Jeder hat bei anderen schon einmal derartiges Verhalten miterlebt, doch die meisten von uns erkennen nicht, dass auch unser eigenes Weltbild verzerrt ist, weil wir mehr zu erkennen glauben als wir tatsächlich erkennen.

 

 

In Anlehnung an: Die Kreativitäts-AG von Ed Catmull

Please reload

Aktuelle Einträge
Please reload

Archiv
Please reload

Schlagwörter
Please reload

Folgen Sie uns!
  • Facebook Basic Square
  • Twitter Basic Square
  • Google+ Basic Square